„Ich habe gemerkt, wie zerbrechlich ich bin“

In Pascals Knie ist nach einem schweren Unfall nichts mehr intakt.
In Balance
8. Juni 2017
Pascal Blaurock fühlt sich auf zwei Rädern zu Hause, der 26-Jährige fährt professionell BMX und Mountainbike. Nach einem schweren Unfall kämpft er sich zurück auf sein Fahrrad.

Vor eineinhalb Jahren begann für Pascal ein neues Leben, nämlich das nach seinem Unfall. Es war ein Tag, an dem er schnell wusste, dass er sich besser zurückhalten und nichts unnötig riskieren sollte. „Die Halle, in der ich trainiert habe, war frisch gewischt und deshalb rutschig. Ich habe schnell gemerkt, dass ich heute keine krassen Sachen machen werde“, erzählt er.

Pascal ist zu diesem Zeitpunkt schon erfolgreicher Vertragssportler, er fährt vor allem Mountainbike in Skateparks und Dirtjumps. Er ist bereits Shows im Ausland gefahren, hat an vielen deutschen Wettkämpfen teilgenommen und die Homegrown Tour, den Dead Sailor Jam und diverse andere Mountainbikepark-Wettkämpfe gewonnen.

Ein sogenannter 180 Double Barspin ist für Pascal daher eigentlich ein Trick zum Warmwerden. Dieses Mal landete er aber mit dem Hinterrad auf einer nassen Stelle auf dem Boden. Er versuchte, das Rad abzufangen, blieb jedoch mit dem rechten Fuß fest auf dem Boden stehen. Sein Bein drehte sich in der Bewegung weiter. „Ich war sehr fokussiert auf den Sturz. Man hat nicht gemerkt, dass mir etwas passiert ist. Aber man hat es gehört: Es hat laut geknackt.“

Die Verletzungen sind enorm

Pascal dachte zuerst, sein Unterschenkel sei gebrochen. Wie schwer und komplex die Verletzung tatsächlich war, erfuhr Pascal erst zu einem späteren Zeitpunkt. Sein Knie ist enorm lädiert, neben anderen schweren Verletzungen hat er sich einen Kreuzbandriss zugezogen.

Beim Kreuzbandriss ist Stabilität wichtig

Ein glatter Kreuzbandriss im Knie wächst normalerweise wieder gut zusammen. Bei Pascal war das aber leider nicht der Fall. Darum entnahmen die Ärzte ein Stück Sehne seines Oberschenkels und setzten es als „Implantat“ ins Kreuzband ein. Der Heilungsprozess beim hinteren Kreuzband ist oft langwieriger als beim vorderen. Acht Wochen lang durfte Pascal das Bein nicht belasten. Trotzdem empfand er die Operation und die darauffolgende Therapie nicht als Rückschritt, sondern sieht den Prozess nach wie vor positiv: „Das ist wieder ein Band, das mein Knie stabiler macht. Ich bin also sozusagen wieder ein Band näher an meinem Sport. Das war für mich schon fast eine Erleichterung.“

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Der 26-Jährige hat mittlerweile ein sehr gutes Gespür für seinen Körper entwickelt. Er kann schnell einschätzen, wann er sein Knie belasten und trainieren kann und wann er es besser schonen sollte. Für den Heilungsprozess bei einem Kreuzbandriss ist dieser bewusste Umgang mit der Verletzung enorm wichtig: Das Vertrauen in die eigenen Bewegungen zurückzuerhalten und sie sicher auszuführen – das sind die ersten Schritte in Richtung der 100 Prozent, die der Thüringer wieder erreichen möchte.

Der Bewegungsablauf beim Radfahren ist gesund für mein Knie.

Der Genesungsprozess braucht Zeit

Mit Bewegungseinschränkungen im Knie hat Pascal nach wie vor zu kämpfen, bei längerer Belastung durch Laufen und Stehen hat er Schmerzen. Trotzdem grenzt seine Verfassung eineinhalb Jahre nach dem Unfall, bei dem er sich nicht nur das Kreuzband abgerissen hatte, an ein kleines Wunder, und er lässt sich von den eher zurückhaltenden Prognosen der Fachärzte nicht entmutigen: „Die Leute sehen mich wieder auf dem Fahrrad sitzen und denken, bei mir sei wieder alles in Ordnung. So ist es aber noch nicht. Trotzdem hilft mir das Fahren: Der Bewegungsablauf ist gesund für mein Knie, das Pedalieren entlastet und trainiert meine Gelenke und die Muskulatur.“

Mein Ziel ist es, wieder auf den Stand von vor dem Unfall zu kommen.

Dabei ist Pascal ganz klar, dass er Abstriche machen muss. Doch darauf kommt es ihm im ersten Schritt nicht an. „Ich werde nicht die 100 Prozent von vorher erreichen, auf keinen Fall jetzt sofort. Vielleicht auch nie. Aber das macht nichts. Auch 60 oder 70 Prozent reichen erst mal, und mein großes Ziel ist es, wieder auf den Stand von vor dem Unfall zu kommen.“

Pascal will für andere ein Vorbild sein, er will mit seiner Geschichte anderen Verletzungsgeplagten Mut machen und zeigen, dass man am Ball bleiben muss – auch wenn alle Wetten gegen einen selbst stehen. „Man muss an sich arbeiten, der Wille muss da sein. Auch wenn Spezialisten sagen, dass es schwer wird oder unmöglich ist, muss man sein Bestes geben. Dann kann es funktionieren.“

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