Verlieb dich ins Laufen!

„Mir geht es besser, nachdem ich mich bewegt habe. Immer.“
In Balance
23. Mai 2017
Ella musste viel lernen: Über die Belastbarkeit ihres eigenen Körpers, über Grenzen, über neue Wege. Ihre Liebe zum Laufen hat sie dabei immer begleitet. Heute weiß sie, worauf es wirklich ankommt.

Wie das so ist mit der ganz großen Liebe im Leben, sie erwischt einen oft unvermittelt, fast überraschend, dafür aber umso heftiger. Man kann sich ihr nicht entziehen. Genauso erging es Ella, nachdem sie ihren ersten Halbmarathon gelaufen war. Seitdem ist der Laufsport ihre große Passion. Und genau wie im echten Leben durchläuft man mit dieser einen Liebe Höhen und Tiefen. Ella war eher zufällig zum Laufen gekommen, unbewusst, ohne Anstrengung. Sie ist zwar schon seit ihrer Jugend sportbegeistert. Ihr Fokus lag aber zuerst auf Fitnesstraining. Hier merkt sie schon früh, dass sie große Veränderungen anstoßen kann: „Das war meine erste Sportliebe, ich war jeden Tag im Gym. Weil ich gemerkt habe, dass ich meinen Körper stark machen kann. Das hat mir damals unheimlich viel Selbstbewusstsein gegeben“, erzählt Ella von ihren Anfängen im Fitnessstudio.

Ganzheitliches und abwechslungsreiches Training

Spinning, Rudern und Bodyweight-Training gehörten zu ihrer täglichen Routine, und in ihrer Funktion als Trainerin motivierte sie auch andere zu ganzheitlichem und abwechslungsreichem Training. Das Laufen war eine gute Ergänzung dazu, nicht mehr und nicht weniger. Vor allem ging es Ella damals um die Entspannung, das Zu-sich-Finden: „Das Naturerlebnis gibt mir total viel. Die Stille morgens, das Vogelgezwitscher, und du läufst in den Tag hinein – das ist einfach nur fantastisch.“

Geh los. Laufe. Lass los.

Als der München-Marathon quasi an ihrer Haustür vorbeiführte und sie zufällig ein paar Kilometer ihrer täglichen Laufrunde mitlief, merkte sie schnell, dass sie Teil davon sein wollte. Die Stimmung und das Gefühl, eine Ziellinie zu überqueren, begeisterten sie: „Ich bin da so reingeraten, ungefähr bei Kilometer 38, natürlich noch ganz frisch – und dachte mir: Ach, irgendwie geil! Da könntest du eigentlich mal mitmachen.“ Mühelos lief sie darum nur wenige Monate später ihren ersten Halbmarathon, zwei weitere folgten im selben Jahr. Danach startete sie zum ersten Mal bei einem Marathon. Dafür hatte sie kaum trainiert, einen professionellen Trainingsplan gab es nicht. In ihrer alten Trainingshose, mit ausgeleierten Joggingschuhen muss sie neben all den „echten“ Läufern mit ihren Energy-Gels und Trinkbatterien wie ein Alien gewirkt haben – und doch erreichte Ella die Ziellinie gut gelaunt nach weniger als vier Stunden und wollte mehr davon. Kleine persönliche Lauferfolge folgten schnell und gaben ihr das Gefühl, dass Grenzen nicht existierten.

The sky is the limit

Aber Ella wollte zu schnell zu viel und ignorierte die Warnzeichen ihres Körpers. „Jeder strebt danach, noch besser zu sein, noch mehr zu schaffen. Und dann kommen die Verletzungen, weil man sich einfach nicht mehr an seinen Körper hält.“

Überlastung und schlussendlich eine hartnäckige Entzündung im Knie waren die Folgen. Ella litt am Iliotibialband-Syndrom (ITBS), ein stechender Schmerz an der Knieaußenseite quälte sie bei jedem Schritt. Das ITBS, auch „Läuferknie“ genannt, gehört zu den klassischen Läuferbeschwerden und ist äußerst schmerzhaft. Die Schmerzen an der Knieaußenseite werden meistens durch Überbeanspruchung verursacht, das ständige Beugen und Strecken des Kniegelenks beim Laufen führt zu Reizzuständen am Tractus iliotibialis, dem Faserzug an der Außenseite des Oberschenkels. Mit einem ITBS wird eine Laufpause dringend notwendig, das Laufen, so wie Ella es liebt, wie es fester Bestandteil ihres Lebens ist, war daher erst mal nicht mehr möglich. Das Laufen fehlte ihr so sehr, dass diese Laufpause für sie zu einer kleinen persönlichen Lebenskrise wurde. Doch sie wusste, dass sie durchhalten musste – denn ohne die dringend notwendige Schonzeit würde sich ihre Verletzung verschlimmern.

Man muss mit seinem Körper arbeiten, nicht gegen ihn.

Aus jeder schwierigen Situation auch etwas Gutes herauszuziehen und versuchen, mit den Gegebenheiten zurechtzukommen, vielleicht sogar einen Vorteil daraus zu ziehen, das müsse das Ziel sein. „Ich wollte wieder Leichtigkeit spüren“, erzählt Ella. Also alles auf Anfang, Ella wollte wieder durchstarten, diesmal aber vernünftig. Sie entwickelte Strategien, mit dem vorübergehenden Verlust umzugehen. Stehen zu bleiben und auf der Stelle zu treten war keine Option für Ella. Die wichtigste Maßnahme bei einem bestehenden Iliotibialband-Syndrom ist das Trainieren und Stärken der Rumpf- und Hüftmuskulatur und der äußeren Oberschenkelmuskeln.

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Achtsamer Umgang mit dem Körper

„Man muss sich realistische Ziele setzen und akzeptieren, dass es Tage gibt, an denen es nicht läuft.“ Das ist Ellas Rat, denn mittlerweile weiß sie, dass sie achtsam mit ihrem Körper umgehen muss, um wieder zu ihrer ursprünglichen Verfassung zurückzufinden. Dafür ist es wichtig, die eigenen Grenzen zu erkennen und vor allem zu respektieren. Radfahren, funktionelles Training und Aquajogging helfen Ella dabei, sich fit zu halten und in Bewegung zu bleiben, ihrem Knie aber trotzdem die nötige Schonung zu gönnen. Das ist für den Heilungsprozess enorm wichtig, denn der Körper braucht abwechslungsreiche Bewegungsmuster.

Außerdem läuft sie mittlerweile auch gerne kürzere Laufstrecken und kombiniert diese dann mit Übungen zwischendurch: „Ich mach dann gerne Liegestütze und andere Kräftigungsübungen für Beine und Oberkörper zwischen den einzelnen Teilstücken.“

Heute ist für Ella ganz klar, Laufen darf kein Stress sein, ganz im Gegenteil: „Laufen soll Spaß machen! Also nimm den Druck raus, geh spielerisch an die Sache ran“, rät sie auf ihrem Blog und hat noch einen Tipp parat für alle, die gerade nach Verletzungspausen wieder durchstarten und den Frust hinter sich lassen wollen: „Man muss verinnerlichen, sich auf das Gefühl danach zu konzentrieren. Mir geht es besser, nachdem ich mich bewegt habe. Immer. Der Kopf ist frei und du bist stolz.“